Dieser Artikel soll nicht davon handeln, wieso das Tauschen in den sogenannten Peer-to-Peer Tauschbörsen nicht erlaubt ist und wie die Rechte der Inhaber verletzt werden. Es soll auch nicht darum gehen, ob die von den Anwälten geltend gemachten Schadensersatzansprüche in dieser Höhe gerechtfertigt sind. Solche Artikel gibt es in den verschiedenen Blogs und Foren ausreichend.

Hier geht es vielmehr darum, Sie zu schützen, Ihnen zu zeigen, was passieren kann, wenn Sie Internetbörsen nutzen!

Unumwunden: Auf den ersten Blick scheinen diese Tauschbörsen toll zu sein. Man bekommt die aktuellen Filme und Hits praktisch kostenlos und auf Knopfdruck nach Hause auf den eigenen Rechner geliefert. Aber es gibt auch eine andere Seite der Tauschbörsen:

Im letzten Monat betreuten wir einen Mandanten, der sich einen sogenannten Chart-Container herunter geladen hatte. Das Ausschlaggebende an einem solchen Album ist, dass es nicht nur Werke eines Künstlers enthielt, sondern die einer erheblichen Zahl. Das Ergebnis war, dass er insgesamt fünf Abmahnungen von verschiedenen Rechteinhabern erhielt und ein jeder machte Schadensersatz geltend. So sah er sich sehr schnell Ansprüchen vierstelliger Höhe ausgesetzt und lebt noch immer mit der Befürchtung, dass noch weitere Schadensersatzansprüche gegen ihn geltend gemacht werden, da noch lange nicht alle Rechteinhaber tätig geworden sind.

Viel schwerwiegender ist aber ein noch anderer Aspekt. Ein anderer Mandant lud sich in einem dieser Netzwerke neben MP3-Dateien, auch Filme herunter. Dummer Weise enthielt einer der geladenen Filme, ohne das dies am Titel zu erkennen war, offenbar kinderpornografisches Material. Da die Einstellungen in den Tauschprogrammen dafür sorgen, dass die Dateien noch während des Downloads wieder angeboten werden, stellte er, ohne es zu wissen, dieses Material anderen Nutzern zur Verfügung. Das Ergebnis dieses Down-/Uploads war eine Hausdurchsuchung durch die Polizei und die Beschlagnahme sämtlicher Computer, Festplatten und vorhandener DVDs. Für den Mandanten ist dies ein Fiasko. Er wollte sich eben als Mediendesigner selbstständig machen. Die beschlagnahmte Hardware beinhaltete notwendige Software im Wert von mehreren tausend Euro, Bilder, Kundendaten etc. Eine entsprechende Auswertung dauert nach der Auskunft der Kriminalpolizei bis zu einem Jahr. Was dies für die geplante Selbstständigkeit bedeutet, können Sie sich sicher denken. Es steht zu befürchten, dass sich der Mandant hier seine Zukunft vernichtet hat.

Tun Sie sich selbst einen Gefallen: Finger weg von Internet-Tauschbörsen! Sie wissen im Zweifel gar nicht, was Sie sich da auf den Rechner laden und wieder anbieten! Tauschbörsen sind gefährlich!

Übrigens: Ein gekaufter Song kostet im Schnitt ein paar Cent, ein gekaufter Film ein paar Euro. Beides gibt Ihnen die Sicherheit, hochwertiges und vor allem legales Material erworben zu haben und dem Künstler seinen verdienten Anteil am Kaufpreis. Und glauben Sie mir, ich verdiene mein Geld auch lieber mit anderen Mandaten.