Insidertipp per Fax
Allgemein Oktober 28th, 2011Als ich heute Morgen ins Büro kam, fand ich in unserem Faxgerät ein Schreiben vor, welches ich Ihnen nicht vorenthalten will. Darin rät jemand namens Sebastian einem Patrick er solle doch ganz schnell Aktien einer bestimmten Firma zu kaufen, die würden derzeit bei 2 € stehen aber in den nächsten Stunden ganz sicher auf 4,25 € steigen, da die Firma übernommen werde. Durch wen oder warum, darüber lässt uns das Fax im Unklaren. Zudem ist es ja offensichtlich gar nicht an uns, sondern nur falsch gelandet, oder?
Bei diesem Fax handelt es sich wohl um die Neuauflage einer Spam-Welle mit Insider-Tipps, die vor ein paar Jahren per E-Mail erfolgte. Die Absicht dürfte eindeutig sein: Die gelieferten und natürlich höchst persönlichen und vertraulichen Insidertipps sollen Privatanleger dazu bringen, schnell zuzugreifen. Wer sich in der Hoffnung auf Aktiengewinne darauf einlässt wird über kurz oder lang jedoch den Kürzeren ziehen. Denn diese schnellen Käufe sollen kurzfristig die Kurse der Aktie anheizen, steckt dann aber nichts dahinter, fallen diese ebenso schnell, wie sie gestiegen sind.
Die Masche, die dahinter steckt, ist immer die gleiche: Man wählt eine Aktie aus, die sich auf einem Preisniveau von maximal 2 € bewegt und in der Regel im Freiverkehr kaum gehandelt werden. Die Absender dieser Faxe (doer vor ein paar Jahren E-Mails) decken sich mit dem Wert dann selbst ein, bevor sie ihre Kaufempfehlung verbreiten. Lassen sich darauf auch nur ein paar Leute mit einem kleinen vierstelligen Betrag ein, schießt der Kurs kräftig in die Höhe. Ist dieses Ziel erreicht, ziehen sich die Absender dieser Faxe aus der Aktie zurück und streichen den Gewinn ein. Anleger, die sich eben noch über ein Steigen der Aktie gefreut hatten, müssen nun zusehen, wie der Kurs ins Bodenlose fällt.
Fazit
Hände weg von solchen Angeboten. Wenn Sie Ihr Geld an der Börse anlegen wollen, lassen Sie sich unbedingt von einem Experten beraten. Denn die betroffenen Unternehmen wissen zumeist nicht einmal von diesen “Spielchen” und die Absender der Faxe oder E-Mails sind nicht zu greifen. Das Geld, dass Sie in solche Aktien investieren, könnten Sie genau so gut verbrennen.
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