Wie ärgerlich es ist, wenn auf einer Flugreise ein Gepäckstück abhanden kommt, haben sicherlich viele von Ihnen schon einmal erleben dürfen. Meistens tauchen die Taschen, Koffer oder Rucksäcke aber wieder auf und werden ins Hotel oder nach Hause nachgeliefert. Aber was wenn ein Gepäckstück verschwindet und nicht wieder auftaucht?

Dann haftet die Fluggesellschaft für den Schaden, der dem Fluggast entstanden ist. So weit, so richtig. Aber in welcher Höhe haftet die Gesellschaft? Darüber hatte der Europäische Gerichtshof zu entscheiden. Im konkreten Fall hatte ein Passagier eine Summe von 3200 EUR eingeklagt, wobei 2700 EUR als Ersatz für das verlorene Gepäckstück und dessen Inhalt sein sollten, die restlichen 500 EUR sollten den immateriellen Schaden aufwiegen. In seinem Urteil vom 06. Mai 2010 stützte sich das Gericht auf das Abkommen von Montreal, in welchem eine Summe von 1135 EUR festgelegt sei. Diese Summe umfasse sowohl den materiellen, als auch den immateriellen Schaden. Wer einen höheren Schadensersatz erzielen wolle, müsse seine Gepäckstücke besonders versichern.