In meinem Artikel über die Wichtigkeit der Einhaltung der Frist des § 651 g BGB beschrieb ich, dass es sich dabei um eine Ausschlussfrist handelt, bei deren Verstreichen die Ansprüche nicht mehr geltend gemacht werden dürften.

Ich hatte allerdings in diesem Zusammenhang auch schon darauf hingewiesen, dass es hiervon eine Ausnahme gibt. Nämlich immer dann, wenn der Reisende die Frist ohne eigenes Verschulden versäumt. Der BGH hat in seinem Urteil vom 12.06.2007 (Az. X ZR 87/06) entschieden, dass ein Reisender die Frist unverschuldet versäumt, wenn er zum Zeitpunkt des Fristablaufs von einer gesundheitlichen Schädigung noch keine Kenntnis hatte. Bei der Klägerin in diesem Fall hatte sich erst erhebliche Zeit später eine schwerwiegendere Schädigung des Gehirns herausgestellt, die sie erlitten hatte, weil sie während einer Veranstaltung von einem Schuh am Kopf getroffen worden war.

Sollten Sie also einen Reisemangel zu beklagen haben, das geplante Reiseende aber schon länger als der in § 651 g BGB vorgesehene Monat zurückliegt, gibt es im Zweifel immer noch die Chance, die Ansprüche gegenüber dem Reiseveranstalter geltend zu machen. Wir helfen Ihnen gern bei der entsprechenden Überprüfung Ihres Sachverhalts.