Dass Dummheit nicht vor Strafe schützt ist ein weitbekanntes, altes Sprichwort. Dass auch Unwissenheit nicht vor Strafe schützt, das entschied jetzt das OLG Oldenburg – Az. 1 Ss 166/10 – in einer Strafsache, nach dem der Angeklagte aufgrund des ähnlich lautenden Urteils des AG Cloppenburg Sprungrevision eingelegt hatte.

Dem lag der folgende Sachverhalt zugrunde. Ein Mann aus dem Emsland erwarb auf einem Flohmarkt mehrere Datenträger. Diese überspielte er zu Teilen auf seinen Rechner, andere Datenträger ließ er unbeachtet. Beim Übertragen einiger Dateien auf den eigenen PC bemerkte er, dass diese zum Teil kinderpornografischen Inhalt aufwiesen und löschte sie sofort wieder. Dies tat er aber nur mit den Dateien, bei denen er es sofort feststellte. Bereits auf seinen PC übertragene Dateien kontrollierte er nicht auf ihren Inhalt.

Dies führte dazu, dass die Polizei auf seinem Rechner eine Vielzahl von Dateien mit kinderpornografischem Inhalt auffand. Das AG Cloppenburg verurteilte ihn daraufhin wegen des Besitzes von Kinderpornografie. So sah das auch das OLG Oldenburg. Die Richter führten dazu aus:

Angesichts dieser Zufallsfunde konnte er keinesfalls davon ausgehen, dass sich außer den von ihm gefundenen einzelnen kinderpornographischen Dateien keine weiteren solchen Dateien auf den von ihm komplett überspielten CDs befanden. Es lag in dieser Situation vielmehr nahe, dass sich auch unter den von ihm unkontrolliert auf seinen PC überspielten und dort belassenen sonstigen Dateien weitere kinderpornographische befanden, wie es in Gestalt der später dort aufgefundenen ja auch tatsächlich der Fall war.

Fazit

Dieses Urteil zeigt einmal wieder, dass die Einstellung „ach wird schon gut gehen“ nicht unbedingt eine gesunde Einstellung ist. Also: Lieber auf Nummer sicher gehen und sich im Zweifel beraten lassen. In jeder Hinsicht!